Die Sache mit der Wahl

Vergangenes Wochenende war ich in Berlin, bin mit dem Zug gefahren. Vor Ort habe ich an zwei Tagen fleischhaltige Nahrung gegessen. Gleicht das eine das andere aus? Vermutlich nicht. Aber ich bin mir darüber bewusst, dass ich falsch gehandelt habe. Ich hätte natürlich auch fliegen können, das hätte mir sechs Stunden Fahrt erspart. Habe ich aus ökologischen Gründen darauf verzichtet? Nein, denn der Zug war günstiger. Wie so ziemlich jeder Mensch tue ich nur das, was den chronisch klammen Geldbeutel schont.

Als ich in der Hauptstadt war, habe ich mich umgesehen und war häufig positiv überrascht. Weniger volle Straßen als erwartet. Mehr Grünflächen als erwartet. Saubere U-Bahnhaltestationen. Es war fast schon ‚schön‘. Aber als ich in den Museen war, als ich eine Stadttour gemacht habe, sah ich, wie anders, schöner es früher war und wie viel durch Kriege und Konflikte zerstört wurde. Der Generation unserer Ureltern haben wir unseren Wohlstand zu verdanken, aber sie waren es auch, die diesen Wohlstand auf den Rücken anderer aufgebaut und gleichsam Vieles zerstört haben. Manches was schön, manches was einzigartig war. Das von ihren Urgroßeltern Erbaute konnte wiederaufgebaut, restauriert oder ersetzt werden.

Wir werden die Generation unserer Enkel und Urgroßenkel werden, die die Erde zerstört haben. Und wir wählen nach wie vor in einem zweistelligen Bereich eine Partei, die das bezweifelt. Aber der Deutsche lernt ungerne aus seinen Fehlern, immerhin sind wir die einzige Nation, die zwei Weltkriege angefangen und verloren hat. Aber diesen Krieg gegen die Welt können wir nicht gewinnen. Selbst wenn wir ihn nicht angefangen haben, sind wir doch mitten drin. Und es gilt zu retten, was es noch zu retten gibt.

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